So wird Hannes Ibbeken nun neben vielen Promis aus aller Welt zu den Gästen der nächsten "Michalsky StyleNite" gehören. Uns beantwortete der kosmopolite Designer zahlreiche Fragen, hier Teil zwei des Interviews:
Sie setzen neben den berühmten, angesagten Models auch auf Frauen mit dem besonderen Etwas. Wie kamen Sie auf die Idee, Ihre Kreationen auch durch ungewöhnliche, überraschende Persönlichkeiten präsentieren zu lassen? Wie fällt die Entscheidung, führen Sie Gespräche im Voraus?
Natürlich bin ich immer über die neuen und interessanten Gesichter des Modelbusiness informiert. Zusätzlich mache ich manchmal vor der StyleNite ein open casting in Berlin. Da kommen dann über 150 Models aus ganz Europa, die sich für die Show bewerben. Vor zwei Jahren gab es diese unglückliche Mager-Model-Diskussion in der Presse. Unglücklich deshalb, weil natürlich nicht die Modeindustrie allein dafür zuständig ist, welches Schönheitsideal die Gesellschaft pflegt. Deshalb habe ich mich an der Diskussion nicht beteiligt, aber für die nachfolgenden Shows Models engagiert, die bewusst nicht diesem klassischen Ideal einer jungen, schlanken Frau entsprechen. So kam es, dass auf meinen Shows auch Menschen mit Behinderung oder ältere Frauen laufen. Und ich glaube, dass diese Models sehr gut gezeigt haben, dass Schönheit relativ ist. Auch ältere Menschen können schön sein. Auch Menschen mit Behinderung können strahlen. Es heisst, die Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Genauso ist es.
Wohin geht Ihrer Meinung nach der Trend bei Modenschauen? Werden andere folgen, und wie Sie daraus kulturelle, gesellschaftliche Events schaffen? Wie sieht Ihre Vision von der „Michalsky StyleNite“ aus?
Ich denke, die meisten Fashionshows werden auch in Zukunft so sein, wie sie bisher waren. Relativ schlichte 15-Minuten-Präsentationen von Mode. Und das ist okay. Nicht jeder Fashiondesigner fühlt sich berufen, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Die StyleNite aber hat inzwischen einen eigenen Wert geschaffen. Es ist ein weiterer Versuch von mir, einen Beitrag zu unserem Leben zu leisten, indem ich neue Blickwinkel eröffne und andere Standpunkte einnehme. Das Motto der Michalsky-Mode lautet „Real Clothes For Real People“ und dieser Gedanke gilt auch für die StyleNite. Was dort passiert, soll diskutiert und besprochen werden. Das ist kein Event für einen kleinen Kreis von Fachleuten. Meine Mode und die anderen Dinge, die ich designe, sind Produkte für das Alltagsleben der Menschen. Die StyleNite ist mein Diskussionsbeitrag zur Welt, in der wir leben.